Rückblick

Rückblick

Erfolgreicher Auftakt von "MindShift Mittelstand"

Wissenstransfer zum Thema Digitalisierung sowie Networking mit Start-Ups, Trendsettern und Unternehmen bietet die neue Veranstaltungsreihe "MindShift Mittelstand". Am 1. Juni 2017 ging das Eventformat der Online-Plattform "Industry of Things" und Partner "scoutbee" an den Start.

Digitale Transformation, Disruption, Industrie 4.0: Buzzwords wie diese elektrisieren seit einiger Zeit den deutschen Mittelstand, denn sie werfen jede Menge Fragen auf: Ist mein Geschäftsmodell davon betroffen? Brauche ich ein neues, digitales Geschäftsmodell? Kann ich von den Veränderungen im Markt profitieren? Wie ist es um den digitalen Reifegrad meines Unternehmens bestellt? Wie schnell muss ich "digitalisieren"? Hat die Digitalisierung Auswirkungen auf meine Unternehmensorganisation?

Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen will das neue Eventformat "MindShift Mittelstand" geben. Unter dem Motto „Herausforderung Digitale Transformation“ hatten sich am 1. Juni rund 30 Gäste aus der Wirtschaft und dem Hochschulbereich in der Vogel Gründerwerkstatt zur „MindShift Mittelstand“-Premiere eingefunden. Was tun bei beschleunigten Produktlebenszyklen? Mit welchen Methoden kann ich den Herausforderungen der digitalen Transformation begegnen?

Um diese Themen kreisten vier Vorträge, wobei keineswegs nur „Digital Natives“, sondern auch zwei Vertreter der "alten Ökonomie" zu Wort kamen. Quasi zur Einstimmung referierte Stefan Eiselein, Chief Digital Officer der Vogel Communications Group, darüber, wie die digitale Disruption die Medien und deren Geschäftsmodelle verändert hat. Dr. Gunther Wobser, CEO der Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, skizzierte aus Sicht eines „klassischen“ Apparatebauers die Herausforderungen an der Schnittstelle Innovation aus Tradition oder Disruption. 1956 gegründet, zählt das Unternehmen mit Sitz in Lauda-Königshofen heute zu den weltweit führenden Herstellern von Temperiergeräten und –anlagen.

Innovation bedarf auch einer beweglichen Unternehmensorganisation. Im Nukleus besteht diese aus jenen Teams, die für die Steuerung der Kernprozesse zuständig sind, also Finanzen, Compliance, Recht und Logistik. Um diesen Kern herum hat Wobser flexible Teams etabliert und mit allen Funktionen versehen, die zur schnellen Bearbeitung der Kundenanforderungen benötigt werden. Und was macht der Chef? Ganz einfach! Der wird zum Coach der Teams. Wobser: „Mir gefällt die Aussage von Steve Jobs: Musicians play their instruments. I can play the orchestra.”

Da wirken selbst Unternehmen der "old economy" plötzlich wieder taufrisch. „Junge Unternehmen können hier von alten lernen“, so Prof. Dr. Christian Heinrich von Co-Gastgeber „scoutbee“, der die Riege der „new economy“ vertrat. Scoutbee hat die Supply Chain fest im Blick und macht hier Dinge, die mit herkömmlichen (IT-)Techniken bisher nicht oder nur mit großem Zeitaufwand zu machen waren. ARTEMIS heißt das Zauberwort. Dahinter verbirgt sich ein System der künstlichen Intelligenz, mit den sich höchst rationell die drei Hauptherausforderungen in einer digitalen Supply Chain bewältigen lassen:

  • Wie finde ich schnell den/die richtigen Lieferanten?
  • Wie hoch ist in der Lieferkette mein Risiko hinter Tier 1 und Tier 2?
  • Welche meiner Einkäuferkollegen arbeiten mit welchen Lieferanten zusammen?

Kurzum: Es geht um die Erweiterung des Lieferantenportfolios, um die präventive 360°-Absicherung der Supply Chain sowie um die plattformbasierte Bildung von Kompetenzteams. Die ersten namhaften Player aus dem Automotive-Bereich konnte scoutbee für sein KI-basiertes SCM-Management bereits interessieren.

Welche Vor- und Nachteile die Zusammenarbeit mit Start-Ups für "etablierte" Unternehmen haben kann, skizzierte Clemens Launer von iNDTact. Der Hersteller von Hochleistungssensoren, mit denen sich die "Intaktheit" von Maschinen überwachen lässt, kann bereits eine beeindruckende Liste von Partnern vorweisen. Ob Daimler, Airbus, ebm-papst, Bosch Rexroth, Wittenstein oder Siemens: Viele internationale Marktführer suchen die Nähe zu dem Newcomer aus Würzburg. Und das nicht ohne Grund, denn die Zusammenarbeit eines „Etablierten“ mit einem Start-Up ist für beide Seiten in vielen Fällen sehr fruchtbar, wie Launer in seinem Referat berichtete.

So können "Etablierte" relativ einfach Geschäfts- und Entwicklungsrisiken auslagern, erhalten über die Zusammenarbeit mit Start-Ups Zugang zu neuen Technologien, können ihr Image verbessern und sich auch in kultureller Hinsicht die eine oder andere Scheibe von ihrem Start-Up abschneiden. Überzeugendstes Asset einer solchen „Kollaboration“ ist für Launer jedoch, dass ein Etablierter mit einem Start-Up einen agilen und schnellen Umsetzer gewinnt. Am Motto „Volle Fahrt voraus mit Start-Ups“, unter das der iNDTact-CEO seine Präsentation gestellt hatte, ist also etwas „dran“.

Projektleiter Bernhard Göbel von „Industry of Things“ zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden: „Das Feedback war durchweg gut, die Vorträge gaben interessante Diskussionsimpulse und die Größe der Veranstaltung wurde positiv bewertet.“ Nach diesem Kickoff-Event ist für den „MindShift“ ein halbjährlicher Rhythmus geplant, als nächster Termin ist der 23. November 2017 angesetzt.

Partner